Warum Experten mitunter Idioten und deshalb entbehrlich sind

i. Analyse mittels Hausverstand

Bei Prognosen bezüglich des Wetters, von Wahlergebnissen und vor allem bezüglich der Wirtschaftslage liegen Expertenberechnungen rein empirisch praktisch immer in derselben Größenordnung wie Vorhersagen von Laienraterunden. Wenn aber die Ergebnisse der Experten von jenen der Laien (synonym: Idioten) objektiv identisch sind und das Unterscheidungsmerkmal lediglich darin besteht, dass Expertenidiotie sehr viel Geld kostet, während Idiotenexpertisen in der Regel gratis zu haben sind, dann wäre es in Anwendung der vor allem in Expertenkreisen so beliebten Nutzen-Kosten-Rechnung klüger, in gewissen Fällen die Prognosen gleich von Idioten erstellen zu lassen.

ii. Quantitative analyse

Solche lediglich mit gesundem Hausverstand erstellte Expertisen sind natürlich vor allem Experten ein Dorn im Auge, weshalb im Folgenden versucht werden soll, Experten mit den eigenen Waffen, also auf rein quantitative Weise, zu schlagen.

Dazu bedienen wir uns zunächst, wie es Experten ja auch so gerne tun, eines möglichst einfachen zugleich aber möglichst umfassenden Modells.

Weil man Experten ein überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Wissenssektor zuschreibt, Idioten hingegen höchstens ein peripheres Allgemeinwissen zubilligt, scheint sich der Kreis als vergleichendes Messinstrument geradezu aufzudrängen. Der Vollkreis repräsentiert dann  die Gesamtheit des vorhandenen Wissens, wobei der Radius ein Maßstab für die Wissenstiefe, und die Fläche eines Kreissektors bzw. eines Kreisrings ein Maßstab für das jeweils individuell vorhandene Wissen ist.

Unter Zugrundelegung der Axiome

Axiom 1
    „Ein Experte weiß fast alles über fast nichts“

Axiom 2
    „Ein Idiot weiß fast nichts über fast alles“

stehen dann der Expertenkreis und der Idiotenkreis geometrisch einander gemäß

Expertenkreis vs. Idiotenkreis - eine geometrische Gegenüberstellunggegenüber.

Arithmetisch betrachtet konvergiert nun beim idealen Experten infolge zunehmender Spezialisierung der Wissenssektor, also der Faktor γ,  gegen Null, während sich beim idealen Idioten die Wissenstiefe, arithmetisch also der Faktor (r1 – r2) der Null nähert, sodass in beiden Fällen der Flächeninhalt A gegen Null konvergiert.

Daher kann man als Merksatz definieren:

Infolge zunehmender Spezialisierung kann sich ein Experte beliebig nahe dem idealen Idioten nähren.

 

Beispiele dazu finden sich zuhauf vor allem in den täglich erscheinenden Verblödungsorganen. Diese belegen oft gleichzeitig die Hörigkeit der Masse gegenüber den sogenannten Experten sowie die Käuflichkeit dieser Experten. So sieht man heutzutage unzählige Idioten mit Wasserflaschen herumlaufen, als hätten sie Angst, plötzlich zu verdursten. Natürlich begrüßen Ernährungsexperten und Gesundheitsberater diesen „Wasser-Trend“, weil sie ja von der Getränkeindustrie reichlich für diverse „Expertisen“ belohnt werden. Skeptiker finden dann leider kaum noch Gehör, denn Zuviel Trinken kann auch schaden!


So mancher Experte mag freilich einwenden, meine Beweisführung sei völliger Unsinn, weil eine unbrauchbare Methode zur Anwendung kam.
 
Dagegen wende ich ein:
 
Solange Experten (vornehmlich jene der Wirtschaft) unbrauchbare Methoden in Form ihrer Milchmädchenrechnungen auf den Wert von Geisteswissenschaften anwenden, um diese für entbehrlich zu erklären, muss selbstverständlich auch die Anwendung von unbrauchbaren Methoden legitim sein, um derartige Experten für entbehrlich zu erklären.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird niemals weitergegeben.Erforderliche Felder sind mit einem * markiert.