analogieargumente

Um eine Antwort auf die Farge Gibt es Leben auf anderen Planeten? bemüht, glotzen derzeit ganze Heere von Astronomen ununterbrochen ins Weltall auf der Suche nach Orten, die mit der Erde in möglichst vielen relevanten Aspekten übereinstimmen, um dann Wahrscheinlichkeiten zu errechnen, ob und welches Leben an jenem fernen Ort existiert. Dass diesem teuren und langweiligen Unterfangen ein hausgemachtes astronomisches Axiom entgegensteht, nämlich die Lichtgeschwindigkeit als absolutes Limit, scheint diese Fernseher nicht im geringsten zu stören, solange sie gut subventioniert sind.. Das Limit impliziert nämlich, dass man nicht nur sehr tief ins Universum, sondern auch sehr weit zurück in der Zeit glotzt. Ein paar hundert Millionen Jahre sind da gleich beisammen. Und da hätte es auf der Erde von so weit weg wohl auch kaum Leben zu sehen gegeben.

Lassen wir also die Astronomen weiter glotzen und bemühen uns inzwischen um eine elegantere Antwort. Dazu strengen die etwas Pfiffigeren unter uns einfach den eigenen Kopf an.

Kant, ja genau jener Kant, der später jede Menge unverständliches Zeug faselte, erläuterte seine These, dass es wohl Leben auf anderen Planeten geben müsse, mit einer lustigen Geschichte über Läuse:

Diejenigen Creaturen […] welche die Wälder auf dem Kopfe eines Bettlers bewohnen, hatten schon lange ihren Aufenthalt für eine unermeßliche Kugel und sich selber als das Meisterstück der Schöpfung angesehen, als einer unter ihnen, den der Himmel mit einer feinern Seele begabt hatte, ein kleiner Fontenelle seines Geschlechts, den Kopf eines Edelmanns unvermuthet gewahr ward. Alsbald rief er alle witzige Köpfe seines Quartiers zusammen und sagte ihnen mit Entzückung: Wir sind nicht die einzigen belebten Wesen der ganzen Natur; sehet hier ein neues Land, hier wohnen mehr Läuse.

 

Die Analogie: Wenn es verschiedene Köpfe gibt und man auf einem Kopf Läuse findet, so kann man vernünftigerweise annehmen, dass es auch auf anderen Köpfen Läuse gibt. Nur besonders katholische Läuse würden annehmen, dass nur ihr Kopf bewohnt sei. Daher können Menschen in Analogie annehmen, dass auch andere Planet enbewohnt sind.

Um dieses „billige“, aber nicht wertlose, weil sehr wirkungsvolle, Prinzip nochmals zu illustrieren, nehmen wir einmal ein Beispiel aus dem Alltag:

Ein Neunzigjähriger sucht seinen Arztes auf und verkündet ihm etwas zittrig aber nicht ohne stolz: „Herr Doktor, Herr Doktor, stellen Sie sich vor, meine zwanzigjährige Frau und ich erwarten ein Kind!“

Darauf der verständnisvolle Arzt: „Ich will Ihnen einmal eine kleine Geschichte erzählen. Ein Mann ging auf die Jagd, nahm aber versehentlich anstelle seines Gewehres seinen Regenschirm mit. Als im Wald plötzlich ein Hirsch auf ihn losrannte, legte er den Schirm an und erschoss das Tier.

„Unmöglich“, entgegnet der Greis, „Irgendein Anderer muss den Hirsch erlegt haben.

Darauf der Arzt: „Genau das wollte ich sagen!