Vom Mangel an Deutschkenntnissen

Rechtschreibung und Grammatik, jene Kompetenzen, denen die Pädagogen in der schulischen Jugenddressur angeblich besondere Aufmerksamkeit schenken, sind mittlerweile offenbar sogar für angehende Deutschdompteure ein Fremdwort.

Schon seit der Generation Strickliesl kein Geheimnis mehr, bleibt der Mangel an Deutschkenntnissen in der Generation Gameboy nunmehr nicht einmal jenen Blättern verborgen, die am liebsten selbst Analphabeten beschäftigen. Laut „Österreich“ seien nämlich „Lehreranwärterinnen und -anwärter bei Aufnahmetests an den Pädagogischen Hochschulen (PH) in Nieder- und Oberösterreich reihenweise an den Deutschfragen gescheitert“. Dieser Satz, einem Schüler diktiert, liest sich dann so:

Schon wider sient Leereranwerterinnen und -werterer bei Aufnametesds an den Pädofilen Hochschulen (PH) in Nider- und Oberöstereich reienweise an den Teutschfragen gescheidert. 1

Ja, das Schreiben sollten wir schon noch ein bisserl üben, gelt? Die Probanden hätten aber auch nicht Korrektur lesen können und so „gebe es Probleme beim textlichen Verstehen und Verfassen – genau das seien aber einer der Grundlagen für die Studierfähigkeit“.

Österreichische Lösung: Weil es viel zu mühsam wäre, den angehenden DeutschexpertInnen das „Verstehen und Verfassen“ (spät, aber doch) beizubringen, einigt man sich lieber auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Logische Konsequenz: Ab 2015 werden österreichweit ne611U7DCPQ6Lue Aufnahmetests stattfinden – entsprechend der „neuen Lehrerinnen- und Lehrerausbildung“.

Ab nächstem Jahr wird es daher vermutlich ausreichen, bei Aufnahmetests die 100 gebräuchlichsten SMS-Kürzel zu beherrschen.

Gegenwärtig sind noch die in der Generation Strickliesl Dressierten am Werk, also die „funktionalen Analphabeten“, wie man sie so liebevoll nennt. Einige davon landen natürlich auch in Verlagen. Da kommen dann recht lustige Sachen heraus, wie das Beispiel rechts belegen möge. Es handelt sich hier – das sei explizit angemerkt – NICHT um eine Montage. Dieses beim Husumer Verlag Husum publizierte Machwerk kann man bei Thalia, Amazon und allen anderen, offenbar ebenfalls mit lauter Analphabeten besetzten Büchervertreibern, um stolze € 5,10 erstehen! Ich will mir gar nicht ausmalen was geschieht, wenn eines Tages die von den Deutschdompteuren der Generation Gameboy dressierten Totalanalphabeten  in die Verlage Einzug halten.


  1. Wiedergabe eines Diktats aus dem Intellektuellenmagazin „Österreich“,
    aufgegeben einem 16-jährigen Schüler, der später einmal „Pädagogiker“,
    oder – falls dies nicht klappen sollte – „Betriebswird“ werden möchte

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