gelosophie

Gelosophie ist ein Kunstwort aus „gelos“ und „sophia“ und heißt so viel wie lachend philosophieren. Wie der traditionellen Philosophie geht es auch der Gelosophie um die Beantwortung der ganz großen Fragen. Wie beispielsweise jener im 1987 erschienenen Roman Störfall von Christa Wolf. Da berichtet ihre Tochter, was den Enkelsohn gerade beschäftigt:

Er beschäftige sich nämlich gerade mit den letzten Fragen des Daseins. Heute habe er, auf dem Klo sitzend, den Vater durch die Tür gefragt: Papa, wie kommt eigentlich die große Klotür in mein kleines Auge rein? Der Vater habe ihm daraufhin eine exakte Zeichnung angefertigt: die Klotür, das Auge, in dem die Lichtstrahlen sich kreuzen, der Weg über den Sehnerv zum Sehzentrum im Gehirn. Und dass es die Sache des Gehirns sei, das winzig kleine Abbild im Bewusstsein des Empfängers wieder auf  normale Klotürgröße zu bringen. – Und? Hat er sich zufrieden gegeben? – Du kennst ihn doch. Weißt du, was er gesagt hat? Er hat gesagt: Und wie kann ich sicher sein, dass mein Gehirn mir die Klotür wirklich auf die richtige Größe bringt? – Tja, habe ich nach einer Pause gesagt. Du übrigens: Wie kann man da wirklich sicher sein? – Jetzt hör du aber auf! Hat meine ältere Tochter mich zurechtgewiesen.

Diese Zeilen lassen uns zumindest schmunzeln, warum aber nehmen wir dann die Wissenschaften so ernst, die ja nicht minder ulkig sind? Möglichwerweise, weil diese Unsummen an Geld verschlingt und da hört sich bekanntlich jeder Spaß auf.

Die gelosophische Methode ist dagegen sehr billig, bestimmt aber nicht wertlos.

Lektion 1: Analogieargumente
  ↳ Lektion 2: Die Post & Vom Wesen des A Posteriori